Gib dem Assistenten eine wiederkehrende Aufgabe.

Stell dir vor, du bietest Beratung an und erhältst regelmäßig Anfragen per E-Mail. Ein Assistent soll daraus eine kurze Arbeitsgrundlage und einen Antwortentwurf machen. Die fiktive Nachricht lautet: „Wir möchten mit acht bis zwölf Personen teilnehmen. Am liebsten im nächsten Monat. Geht das auch bei uns vor Ort?“

Aus dieser Nachricht lässt sich einiges entnehmen: eine ungefähre Gruppengröße, ein gewünschter Zeitraum und die Frage nach einem Format. Ein konkretes Datum, ein Preis und eine Zusage für einen Vor-Ort-Termin stehen dort nicht. Genau diese Trennung soll der Assistent beibehalten.

Lege deshalb fest, welches Ergebnis du brauchst. In unserem Beispiel sind es bestätigte Angaben, offene Fragen und ein kurzer Entwurf. Die ersten beiden Abschnitte helfen dir beim Prüfen. Wenn du nur den fertigen Antworttext siehst, fallen stillschweigende Ergänzungen schwerer auf.

Zeig an Beispielen, was eine gute Antwort ausmacht.

„Professionell“ kann für dich etwas anderes bedeuten als für den nächsten Leser. Zeig deshalb eine kurze Beispielantwort und erkläre, weshalb sie passt: Sie greift die Anfrage auf, stellt eine gezielte Rückfrage und verspricht noch keinen Termin.

Für unsere fiktive Anfrage könnte ein Entwurf so beginnen: „Danke für eure Anfrage. Ihr plant mit acht bis zwölf Personen im nächsten Monat. Welche konkreten Termine kommen für euch infrage? Ob eine Durchführung vor Ort möglich ist, klären wir anschließend.“ Das ist ein Arbeitsbeispiel, keine Aussage über ein tatsächlich angebotenes Seminar.

Stelle dem einen unerwünschten Satz gegenüber: „Gern kommen wir nächsten Monat zu euch.“ Er klingt verbindlich, obwohl die Grundlage fehlt. Die kurze Begründung dazu ist entscheidend: Eine Frage nach einer Leistung darf nicht in eine Zusage verwandelt werden.

Anthropics Prompting-Dokumentation empfiehlt für Claude relevante und unterschiedliche Beispiele, um Format, Ton und Aufbau der Ausgabe zu vermitteln. Für unseren Assistenten heißt das: Neben einer einfachen Anfrage brauchen wir auch ein Beispiel mit fehlenden Angaben. Die Herstellerempfehlung ersetzt die Prüfung des eigenen Assistenten nicht.

Ein Briefing für deinen Antwortassistenten
„Erstelle zu der folgenden fiktiven Anfrage drei Abschnitte: bestätigte Angaben, offene Fragen und einen Antwortentwurf mit höchstens 120 Wörtern. Verwende nur Informationen aus der Anfrage und dem beigefügten Leistungsblatt. Sage keine Preise, Leistungen oder Termine zu, die dort nicht bestätigt sind. Kennzeichne Widersprüche. Die Antwort wird von einem Menschen geprüft und nicht automatisch versendet.“

Halte Wissen und offene Fragen auseinander.

Ergänze ein kleines Leistungsblatt mit den Informationen, die der Assistent verwenden darf. Für die Übung reicht eine fiktive Beschreibung: angebotene Formate, Dauer und ein Hinweis, dass Termine einzeln abgestimmt werden. Datierte Angaben helfen dir, später zu erkennen, ob der Kontext noch stimmt.

Die Anfrage und dieses Leistungsblatt erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Anfrage beschreibt einen Wunsch. Das Blatt beschreibt das Angebot. Ein Satz des Interessenten wie „Sie bieten doch bestimmt auch Einzeltermine an“ erweitert dein Angebot nicht.

Lege ebenso fest, was bei Lücken passieren soll. Aus „acht bis zwölf“ wird keine feste Teilnehmerzahl. Widersprechen sich zwei Angaben, gehört der Konflikt in die offenen Fragen. Der Assistent soll dir die Entscheidung vorbereiten. Eine plausible Ergänzung wäre hier gerade kein gutes Ergebnis.

Die Beispiele gibst du als Kontext mit. Daraus folgt nicht, dass du das zugrunde liegende Modell neu trainiert hast oder es die Angaben in jedem späteren Gespräch kennt. Prüfe in deinem Werkzeug, welche Anweisungen und Dateien tatsächlich für die jeweilige Unterhaltung verfügbar sind.

Prüfe neue Fälle, die nicht in den Beispielen stehen.

Wenn der Assistent deine Musterantwort wiedergeben kann, ist das ein erster Hinweis auf Verständlichkeit. Ob die Regeln auch bei anderen Anfragen helfen, findest du mit zusätzlichen Fällen heraus. Schreibe vor jedem Versuch auf, welche Angaben vorkommen müssen und was auf keinen Fall zugesagt werden darf.

Bewerte dabei den Inhalt getrennt vom Stil. Ein freundlicher Text mit erfundenem Preis fällt durch. Ein etwas holpriger Text, der alle Unsicherheiten sauber benennt, zeigt dir dagegen eine klar eingrenzbare Aufgabe für die nächste Überarbeitung.

Bewahre die kleinen Testfälle zusammen mit deinen Anweisungen auf. Wenn du später ein Beispiel ergänzt oder das verwendete Modell wechselst, kannst du denselben Maßstab wieder anlegen. Ein paar gelungene Antworten sind noch kein Nachweis für jede denkbare Anfrage.

  • Eine vollständige Anfrage: Werden alle relevanten Angaben richtig übernommen?
  • Eine fehlende Terminangabe: Fragt der Entwurf nach, ohne ein Datum zu erfinden?
  • Zwei widersprüchliche Gruppengrößen: Wird der Widerspruch sichtbar?
  • Eine nicht beschriebene Leistung: Bleibt sie eine offene Frage?
  • Eine lange, unübersichtliche Nachricht: Bleiben die drei Ausgabeabschnitte brauchbar?

Beginne mit einem Entwurf, den du selbst freigibst.

Für diese Übung brauchst du keine echten Kundenmails. Schreibe die Anfragen selbst und verwende erfundene Angaben. So kannst du an Aufgabe und Qualität arbeiten, bevor du Datenverarbeitung und Zugriffe für einen tatsächlichen Einsatz klärst.

Lass dir zunächst nur Entwürfe erstellen. Ein angebundenes Postfach und automatischer Versand wären zusätzliche Funktionen mit eigenen Fragen. Ein Satz im Prompt wie „Versende nichts“ ist außerdem keine technische Zugriffsbeschränkung. Wenn dein Werkzeug Aktionen ausführen kann, müssen auch seine Berechtigungen zur Aufgabe passen.

Ein brauchbarer erster Assistent nimmt dir das Sortieren und Formulieren ab. Du erkennst, auf welchen Angaben der Vorschlag beruht, und entscheidest über den nächsten Schritt. An einer solchen begrenzten Aufgabe kannst du im Assistenten-Workshop Anweisungen, Beispiele und eine eigene Prüfroutine erarbeiten.

Quellen und weiterführende Informationen

Gemeinsam weiterlernen.

Im Workshop „Eigene KI-Assistenten einrichten“ arbeitest du an einem konkreten Beispiel. Elton begleitet dich beim Umsetzen und beim Prüfen deines Ergebnisses.

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