Beschreibe einen beobachtbaren Unterschied.
Wir bleiben bei Auftragsplatz, einer fiktiven Dienstleistungsbörse. Mara möchte auf Leas Gesuch antworten. Vor dem Einreichen soll sie ihren Text in einer Vorschau lesen können. Diese Zwischenstation ist Teil der Produktidee: Mara entscheidet erst nach dem Lesen, ob ihr Vorschlag fertig ist.
„Das hatte ich anders gemeint“ erklärt der KI noch nicht, was verändert werden soll. Hilfreicher sind drei Angaben: Was hast du getan? Was ist passiert? Was hättest du stattdessen erwartet? In unserem Fall führt ein Klick direkt zum Einreichen, obwohl zunächst nur die Vorschau erscheinen soll.
Du musst die technische Ursache dafür noch nicht kennen. Der erste Schritt ist, die Abweichung so zu beschreiben, dass jemand anderes sie nachvollziehen kann. Ein Screenshot kann den sichtbaren Zustand ergänzen; die Handlung davor und deine Erwartung gehören in den Text.
„In unserer fiktiven Auftragsplatz-Übung klicke ich nach der Texteingabe auf „Vorschau“. Momentan wird der Vorschlag dadurch als eingereicht angezeigt. Gewünscht ist eine Ansicht, in der Mara ihren Text lesen und zur Bearbeitung zurückgehen kann. Ihr Text soll dabei erhalten bleiben. Das Einreichen ist ein eigener, späterer Schritt. Erkläre zuerst, welche Stellen du für diese Änderung anpassen möchtest. Ändere das Gesuch und andere Nutzerwege nicht ohne Rückfrage.“
Kläre, welche Entscheidung dahintersteckt.
Vielleicht war in deinem ursprünglichen Auftrag nur von „Vorschlag absenden“ die Rede. Dann blieb offen, ob es vorher eine Vorschau geben soll. Jetzt hast du beim Ausprobieren bemerkt, dass diese Zwischenstation wichtig ist. Das ist eine Produktentscheidung, die du nachtragen kannst.
War die Vorschau dagegen ausdrücklich beschrieben und wurde trotzdem übersprungen, verweist du auf diese Anforderung. Beide Situationen brauchen eine Korrektur, haben aber einen anderen Ausgangspunkt: eine neu getroffene Entscheidung oder eine Abweichung vom vereinbarten Verhalten.
Schreibe die geklärte Regel an die Stelle, an der du den Projektstand festhältst. Sonst erklärst du sie bei der nächsten Änderung womöglich erneut. Eine kurze Formulierung reicht: „Vorschau und Einreichen bleiben getrennte Handlungen.“
Gib der Korrektur einen überschaubaren Umfang.
Es ist verlockend, bei dieser Gelegenheit gleich Farben, Texte, Formulare und Navigation zu verbessern. Danach wird allerdings schwerer erkennbar, welche Änderung das ursprüngliche Problem gelöst oder ein neues ausgelöst hat.
Bitte zunächst um den passenden Nutzerweg: Texteingabe, Vorschau, Rückweg. Lass die KI beschreiben, welche Teile dafür betroffen sind. Wenn sie zusätzlich andere Bereiche umbauen möchte, frage nach dem Zusammenhang. Manchmal gibt es einen guten Grund; du solltest ihn verstehen können.
Bewahre vorher einen funktionierenden Stand auf. Je nach Werkzeug ist das eine gespeicherte Version oder ein Stand in der Versionsverwaltung. Entscheidend ist, dass du die Änderung mit einem bekannten Ausgangspunkt vergleichen und bei Bedarf darauf zurückkommen kannst.
Gehe den korrigierten Weg selbst durch.
Eine Meldung wie „erledigt“ sagt dir, dass die KI ihre Arbeit beendet hat. Ob das Verhalten jetzt deiner Vorstellung entspricht, erkennst du an der Anwendung. Schreibe zwei Sätze, öffne die Vorschau und gehe zurück.
Sind beide Sätze vollständig sichtbar? Bleiben sie beim Zurückgehen erhalten? Kannst du einen Satz ändern und die neue Fassung ansehen? Und ist für Mara erkennbar, dass sie noch nichts eingereicht hat? So prüfst du die Entscheidung, um die es ursprünglich ging.
Falls noch etwas nicht passt, beschreibe wieder eine einzelne Beobachtung. „Beim zweiten Öffnen zeigt die Vorschau noch meinen alten Text“ ist eine gezielte neue Aufgabe. Ein allgemeiner Auftrag wie „Prüfe noch einmal alles“ liefert dir weniger Kontrolle über den nächsten Schritt.
Nimm die geklärte Vorstellung mit in den nächsten Schritt.
Nach der Korrektur weißt du mehr über dein Produkt als vorher. Vielleicht soll die Vorschau zusätzlich den Namen des Gesuchs anzeigen, damit Mara ihren Text richtig zuordnet. Diese Idee kannst du als eigenen nächsten Auftrag festhalten.
Deine Zusammenarbeit mit der KI wird dabei konkreter. Du beschreibst ein gewünschtes Verhalten, sie unterstützt bei der Umsetzung, und du reagierst auf etwas Sichtbares. Du musst nicht jede Produktentscheidung vor dem ersten Entwurf kennen.
Bei echten Konten, Kundendaten oder Zahlungen reicht das Ausprobieren der sichtbaren Oberfläche allein nicht aus. Dort gehören zusätzliche technische Prüfungen und gegebenenfalls erfahrene Unterstützung dazu. An unserem begrenzten Übungsweg lernst du zuerst, deine Absicht verständlich zu machen und eine Änderung am Ergebnis zu beurteilen.
- Meine Rückmeldung nennt Handlung, Beobachtung und gewünschtes Ergebnis.
- Die relevante Produktentscheidung ist ausdrücklich festgehalten.
- Der nächste Änderungsauftrag hat einen nachvollziehbaren Umfang.
- Ich habe den korrigierten Weg selbst ausprobiert.
- Weitere Ideen stehen als eigene nächste Schritte bereit.
Gemeinsam weiterlernen.
Im Workshop „Deine erste eigene Anwendung“ probierst du das Ergebnis selbst aus und gibst der KI konkrete Rückmeldungen. Wir üben an vorbereiteten Beispielen, wie aus einer unpassenden ersten Version eine gezielte Verbesserung wird.
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